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Kurzgeschichte - Hommage an Bruce Sterlings "Schismatrix"

Noch eine Stunde. Sie blickte wieder auf die Uhr, wie sie es seit gestern immer wieder tat, jetzt fast alle fünf Minuten. Sie fühle sich nervös, deshalb griff sie zu dem kleinen Päckchen neben sich auf dem Tisch und zog eine Zigarette heraus. Nachdem sie sie diese angezündet hatte, sog sie den Rauch tief in die Lunge.
Noch acht Zigaretten waren in der Schachtel. Bald würde sie nie wieder rauchen. Warum sie diesem altmodischem Laster frönte wusste sie selbst nicht. Es kostete sie auch monatlich fünf staatliche Gesundheitspunkte. Aber die machte sie mit regelmäßigem Schwimmen locker wieder wett, beruhigte sie sich.

Es erschien ihr alles was nun kommen sollte absurd. Wie so vieles, was in den letzten Jahren geschehen war. Im Gedanken sah sie den Tag vor sich, als die Botschafter vom Gamma Virginis-System auf der Erde ankamen. Was für eine Panik und Entsetzen brach unter den Menschen aus. Doch schon bald erkannte man den vermeintlichen Segen dieser Wesen, den sie über alle brachten. Technologien, die in den kühnsten Phantasien nicht erfunden worden wären, waren nun einfach da. Eine große Herausforderung und gleichzeitige Offenbarung für die Menschheit, die sich bis dahin in ihren für sie nur allzu typischen Kriegen ergangen hatte.

Aber die Botschafter waren keine Heilsbringer, sie waren Geschäftsleute. Das interessanteste an diesen Wesen war ihre Fähigkeit, in die Gedanken anderer einzugehen. Und das war auch der Grund, warum sie kamen. Ihre eigentliche Ware war mentaler Natur. Sie wussten, dass die technologischen Errungenschaften, bald kopiert und erweitert werden würden und deshalb nicht ansatzweise so viel Gewinn bringen würden wie ihre Erinnerungen. Geschichten von fremden Sternensystemen, einfache, glücklich machende Geschichten, Erinnerungen an Menschen die man liebte und die nie existiert hatten. Danach wurde die Menschheit geradezu süchtig. Wie fast alle Wesen im Universum.

Sie dachte an ihre Freundin Karla… die, die ohne diese Erlebnisse nicht mehr sein wollte. So oft es ihr möglich war, war sie zu einem der Erlebnistempel gegangen und ließ sich Erinnerungen geben. Denn dieser Art waren die Fähigkeiten der Wesen, die eigentlich keiner je zu Gesicht bekommen hatte, da sie in ihren Anzügen verbleiben mussten. Der Sauerstoff in unserer Atmosphäre war für sie viel zu reichhaltig…
Man ging also hin und erlebte die Geschichten, ganz genau so als ob man wirklich dabei gewesen war.
Die Botschafter ließen das natürlich etwas kosten. Und sie waren nicht an dem irdischen Geld interessiert. Nein, man musste sie mit Erbgut bezahlen. Ein paar Hautzellen oder Blumensamen waren nur eine kurze, einfache Geschichte wert, etwa die Erinnerung an eine Liebe. Für ein paar lebendige Eizellen oder Spermien konnte man den Tempel mit einer Erinnerung an ein Jahre andauerndes Reiseabenteuer oder dem Gefühl, das ein Baby im Bauch der Mutter empfindet, verlassen. Manche Menschen waren nicht in der Lage, dies zu verarbeiten. Sie wurden verückt und verzweifelten. So auch Karla… wie lange war das her?

Eines Tages waren die Botschafter fort, sie verschwanden ebenso schnell wie sie gekommen waren und mit ihnen gingen die Erinnerungen. Also entwickelten die Menschen ihre eigene Version davon. Technologisch war es ja nun möglich und man besann sich auf die virtuelle Realität zurück. Bald hatten viele so genannte Neuro2-Anschlüsse im Hinterkopf, eine nicht ungefährliche Angelegenheit, denn nicht selten entzündete sich die Hirnhaut oder man starb an einer "schlechten Verbindung". Wie über die Maßen absurd, dachte sie oftmals, wenn sie von so etwas hörte. Nicht zu vergessen die Viren, die von im Untergrund lebenden Verrückten, die sich Rebellen nannten, geschaffen wurden und die über diese Anschlüsse in der Lage waren, in das menschliche Nervensystem einzudringen und zu manipulieren. So wurde das herunterladen von Informationen über unsichere Portale zum absoluten Gesundheitsrisiko.
Aber diese Technologie hatte auch ihre Vorteile, jede Information, die man auf diesem Wege erhielt, war sofort im Gedächtnis eingespeichert, jederzeit abrufbar.
Sie griff mit den Fingern an ihren Nacken, als ob sie feststellen wollte, dass da nichts wäre, doch sie fühlte die zwei Buchsen. Klein, gerade mal 4mm groß, rund und, wie sie wusste, silberfarben. Sie hatte sogar zwei davon, für jede Gehirnhälfte eine.

Sie drückte die Zigarette aus, wedelte mit einer Hand den letzten Rauch, der aus dem Stummel aufstieg, davon, als ob sie ihm damit die Unausweichlichkeit des Schicksals klarmachen wollte. Denn auch ihre Entscheidung war gefällt. Es gab kein Zurück mehr und eigentlich wollte sie es ja auch. oDer warda noch ein andere Grund?

Sie wußte, sie tat es einetwegen, hauptsächlich.

Mit diesem Gedanken nahm sie fahrig die grün-gelbe Schachtel, auf der ein Adler zu sehen war, in die Hand und entnahm eine weitere Zigarette. Der Adler… sie hatte mal einen gesehen, als sie fünf Jahre alt war, mit ihrem Vater… oder war das auch nur eine gekaufte Erinnerung? Sie wusste es nicht mehr.

In der kleinen Tasche neben ihr befanden sich die wenigen Dinge die sie mitnehmen konnte. Eigentlich nichts. Ein Amulett mit dem Bild ihrer Eltern, aber das würde sicher auch nicht lange bestehen, dort wo sie nun hinging. Ein Ring, den Louis ihr geschenkt hatte, als sie sich zwei Jahre lang kannten. Ein Stein, den sie in Spanien am Strand gefunden hatte und der ihr gefiel. Und die ID-Karte mit dem Chip auf dem alles über sie zu lesen war.
Sie griff zu dem kleinen Gerät links von ihr auf dem Tisch. Ein kleiner Bildschirm, ein paar Tasten, eigentlich auch schon hoffnungslos veraltet, aber es tat seine Dienste. Immerhin hatte es schon Neuro2-Anschlüsse, aber die Berichte waren seit Wochen immer die gleichen.
Der Krieg dauerte nun schon mehr als zwei Jahre. Vor einem Jahr war Louis gegangen. Die Erdbevölkerung hatte sich vereint. Endlich. Es gab nichts mehr was mehr zählte als das Überleben der Menschheit. Und dieses war sehr gefährdet. Die Asaa’ghi hatten von den Botschaftern erfahren, wo die Erde liegt und waren sofort aufgebrochen. Sie tauchten einfach auf und beanspruchten die Erde für sich. Anfangs konnten sie noch mit den mächtigsten Waffen, die die Menschen hatten, zurückgeschlagen werden.
Doch um welchen Preis? Weite Teile der Erde waren nicht mehr bewohnbar. Es wuchs an jenen Plätzen nichts mehr. Dort verdampfte jede Träne sofort, noch bevor sie geweint werden konnte. Auf ewige Zeiten radioaktiv verseucht.

Doch all dies interessierte sie momentan nicht. Nicht mehr. Jetzt würde bald alles anders sein. Sie rief die Informationen auf, die sie eigentlich schon auswendig kannte, aber immer wieder lesen musste um sich zu verdeutlichen, was nun kommen würde:
„Beginnen Sie ein neues Leben, solange es noch möglich ist. Wir von IGN (Inkubus Genetic Society) lassen ihre Wünsche wahr werden. Dank unserer Pioniere ist es uns gelungen Ihren Neuanfang zu gestalten, ganz nach ihren Wünschen…“

Die Pioniere… sie musste an ihn denken… Louis… mit dem schiefen Grinsen und den tiefen Augen, die so liebevoll schauten und so viel Klugheit bargen. Die in einem unglaublichen Kontrast zu seinem jugendlichen Erscheinen boten, denn sie waren die Augen einer alten Seele. Sie versank in Erinnerungen. An seine wilden, braunen Haare, seine Zunge, die so schnell war, beim sprechen und beim küssen… beim Gedanken an seine Haare sah sie vor ihrem inneren Auge den Tag, an dem er, seine zottelige Pracht auf Streichholzlänge gekürzt vor ihr stand. Ihr sagte, es müsse sein. Die Menschen würden einer Bedrohung gegenüberstehen und er sähe es nun als seine Pflicht, sie und die anderen zu verteidigen und zu beschützen. Es gäbe sowieso kaum einen anderen Ausweg. Oh, was hatte sie gefleht, dass er bleiben solle, aber es half nichts. Er ging und ließ sie zurück, voll Sorge, die berechtigt war.
Eines Tages kam die Nachricht, er sei schwer verletzt worden, er lebe zwar, aber würde nie mehr gesund werden und in der Lage sein, sich selbst zu versorgen, ein zertrümmerter Körper. Als sie sich um ihn kümmern wollte, wurde sie vertröstet, die Streitkräfte würden dies übernehmen. Ihre Hilfe sei nicht vonnöten. Sie wusste damals nicht, dass er sich da schon als Pionier zur Verfügung gestellt hatte. Also schon dort war.
Nur deshalb tat sie es.

Wirklich? Wenn sie darüber nachdachte, gab es hier nichts mehr, was sie festhielt. Da waren nur zwei Möglichkeiten. Entweder auf der Erde zu bleiben und in Knechtschaft zu leben oder diesen neuen, völlig anderen Weg zu gehen. Denn auf der Erde herrschten nun die Asaa’ghi. Nachdem die Asaa’ghi den Mars erreicht und eine Basis aufgebaut hatten, war schnell klar, dass die Erde verloren war. Die Menschen waren nur Rohstoffe für sie. Vieh, das man halten konnte um die Felder zu bestellen. Denn sie brauchten wie die Menschen Nahrung auf Kohlenstoffbasis und sie wollten herrschen.
Erschreckende Wesen waren sie, weil sie den Menschen so ähnlich waren. Zumindest vom Wesen her. Äußerlich waren sie so vollkommen anders. Ihre Vorfahren mussten wohl katzenartige gewesen sein, allerdings war ihre Evolution schon sehr weit fortgeschritten und sie besaßen lange kein Fell mehr. Aber in den Gesichtern konnte man es erkennen. Für einen Menschen war es fast unmöglich, Mimik zu erkennen. Deshalb erscheinen sie den Menschen grausam und kalt.

Sie dachte daran, wie man anfing, deswegen alle Katzen und katzenartige auf der Erde zu jagen und zu töten. Sie waren den Menschen unheimlich und verhasst geworden und man wollte den Asaa’ghi aller möglichen Verbündeten rauben. Wie dumm. Sie dache an ihren alten Kater, Flux. Der, der den ganzen Tag nichts lieber tat, als auf der Fensterbank zu schlafen und die Sonne auf seinen schwarzen Pelz scheinen zu lassen. Bis sie eines Tages kamen. Die Nachbarn. Und Flux, ungeachtet ihres Protests, vor ihrem Haus massakrierten. Wut stieg in ihr auf. Nein, von diesen Leuten wollte sie niemanden mehr treffen, die Knechtschaft unter den Asaa’ghi schien für die gerade das Richtige zu sein.

Sie tat das nur für Louis. Wie er wohl aussah? Würde aus seinen Augen immer noch der Geist sprühen, den sie so sehr vermisste? Ob er sie auch jetzt noch so lieben würde, wie er getan hatte?

Sie nahm den kleinen Monitor wieder auf und las weiter:
„Die IGN hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man das menschliche Bewusstsein in jeden beliebigen Körper transferieren kann. Das ist eine etwas unangenehme, aber nicht lange dauernde Prozedur. Unsere Mitarbeiter werden sie auf jedem Schritt begleiten um ihnen den Übergang so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie haben einen Körper gewählt, der in der Lage ist, auf einem kalten, gasförmigen Planeten zu leben. Sie werden vieles neu erlernen müssen. Das fängt bei den Bewegungen an, die sie nun mehr schwebend durchführen werden, deshalb die flügelartigen Extremitäten, und hört bei der Sprache auf. Deshalb werden sie in den ersten Monaten durch unsere intensiven Schulungen auf ihr neues Leben bestmöglich vorbereitet. Wir begrüßen sie herzlich bei den Bewohnern des Jupiters. Mögen Sie dort ihren Frieden finden und eine neue Generation unseres Geistes entstehen lassen.“

Eine heftige Nervosität ergriff sie… hastig drückte sie den Zigarettenstummel aus, um sich gleich darauf mit zitternden Händen eine neue anzuzünden. Sie lehnte sich zurück und sah sich um. Der Raum, in dem sie sich befand war klein… ein Tisch, ein Stuhl und Natriumdampflampen. Es gab zwei Türen, die eine, durch die sie gekommen war und eine andere, mit roten Schriftzeichen beschriftet, die sie nicht lesen konnte. Sie war allein und blickte ängstlich auf die Tür mit den Zeichen und hoffte, es würde noch lange dauern, bis diese sich öffnete.

Sie sah wieder auf den kleinen Bildschirm, auf dem nun ein Bild ihres zukünftigen Körpers zu erkennen war. Er erinnerte sie an ein Meerestier.. wie hießen die doch gleich? Ach ja, Rochen, eine Spezies die schon vor zwanzig Jahren ausgestorben war. Seltsam, dass man sich nun auf diese Lebensform zurückbesinnte.

Sie versuchte sich vorzustellen, was sie tun würde, falls sie Louis nicht finden sollte. Würden sie sich überhaupt wiedererkennen? Was würde sie, einsam auf einem fremden Planeten, vor sich hinschwebend machen? Doch, ganz sicher würden sie sich wieder erkennen, ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie fasste sich an den Mund, denn ihr wurde bewusst, dass sie das bald nicht mehr tun konnte. Gerade in diesem Moment ging die Tür auf und herein kam eine junge Frau, weiß gekleidet und begrüßte sie. Nun war es soweit. Sie folgte der Frau durch die Tür in einen hell beleuchteten Saal…
11.11.07 15:35


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Du warst nicht ehrlich...

Unsere Begegnung, Du hast mich berührt,
amüsiert, interessiert und über die Maßen stimuliert...
nur zu gerne ließ ich alles fallen,
mich selbst, meine Schranken, meine Kleider...
alles wirkte richtig und gut,
wir trafen uns geistig dort, wo ich nur wenige vorfand...
ich war trunken von schwerer Süße,
der Deines Körpers und des Holundersaftes...

doch dann stellt sich heraus:
Auch etwas nicht zu sagen bedeutet nicht ehrlich sein...
und Du hast mir nicht gesagt, daß Du einer anderen gehörst.
28.7.07 17:59


Hochmut ist das Gefühl über den Dingen zu stehen, ohne dabei darauf zu achten zu wollen, welche Dinge das überhaupt sind...
25.7.07 00:06


Feuer

glühendgelbe Züngelflammen
funkenstiebend Feuergeist
neckend, brennend, hungrig lodernd
in seinen Bann er mich mitreißt

flammendleckend gierig Lohe
lustigtanzend Fackelspiel
spielend, lockend, leuchtend flimmernd
ins Lichterreisen ich so verfiel

tiefrotheißes magisch' Glimmen
holzverdauend Wärmequell
fauchend, schmauchend, knisternd leise
leuchtend in der Nacht, so hell

augenschmerzend Raucheswolken
festumschlingend Qualmesarm
stechend, tränend, stets verfolgend
so stehe ich im Ascheschwarm

weinend aber glücklich
26.4.07 19:32


ab 18 *lol*

Zärtlichkitzelnd
Streichelfühlen
Auf
Duftendkuschelhautgepür
Verliebtes
Lustighaarzerwühlen
Sekundenewig
Zeit mit dir
Seelennah
Erinn´rung
Wissend
Geborgenweiches
Baumvertrau´n
Hingebungshungrig
Gern dich küssend
Sternenfunkelaugenschaun
Nervenzellsensorenschwingung
Freudig resonanzbereit
Schmerzhaftheftig
Lendensehnen
Nach deines Zauberstabes Freud'
17.7.06 12:37


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