wildeheart
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Als sie im Alter von 13 Jahren mit ihrer Mutter nach Argentinien zog, weil diese als Lehrerin auf einer großen Ranch zu arbeiten begann, dachte sie, niemals dort glücklich zu werden. Weit ab der Heimat, in der sie zur Schule gegangen war, wo ihre Freundinnen wohnten, inmitten der Pampa, wo man kilometerweit nur Gras sehen konnte und es sich nur Langeweile zu bieten schien. Doch das sollte sich heute ändern.

Sie schlendert mißmutig über den Hof, verscheucht ein paar eifrig nach Würmern pickende Hühner und setzt sich seufzend auf die Treppe zur Veranda des großen Hauses. Eine sirrende Stille erfüllt die Luft und sie weiß nichts mit sich anzufangen.

Ein Junge etwa in ihrem Alter kommt aus dem Stall und gerade dabei, Mist herauszukarren. Er schwitzt und seine Arme wirken dürr obwohl sie durch die tägliche Arbeit für sein Alter recht muskulös sind. Seine Haut ist braun wie der harte Boden des Hofes und seine schulterlangen schwarzen Haare hat er zu einem Zopf im Nacken zusammengefaßt. Trotz des Schweißes wirken die dunklen Strähnen leichter als Federn und wie fliegende Seide.
Auf einmal blickt er zu ihr herüber, sie sieht erschrocken weg, weil ihr klar wird, daß sie ihn die ganze Zeit anstarrte. Als sie wieder hinsieht, grinst er und winkt ihr zu. Sie zieht eine Grimasse, was ihn zum Lachen bringt. Er verstaut den Schubkarren, wäscht sich die Hände und geht auf sie zu. Er stellt sich als Miguel vor und fragt sie, ob es ihr hier gefalle. Sie nennt ihren Namen und schüttelt nur den Kopf, während sie seine Hand faßt, die er ihr mit einem freundlichen Lächeln entgegenstreckt. Er geht erneut zum Brunnen, füllt eine Feldflasche mit Wasser und fordert sie auf, mitzukommen. Zögerlich erhebt sie sich und folgt ihm.

Nun laufen sie schon über eine Stunde, sie hat keine Lust mehr und sagt, sie wolle wieder zurück. "Nein", erwidert er, "wir sind gleich da" und lauft unbeirrt weiter. Sie blickt sich um. Weit und breit kein Baum zu sehen, nur ein paar Büsche und sie hat schon längst die Orientierung verlosren. Leise weifel schleichen sich bei ihr ein, sie kennt ihn ja gar nicht, wo führte er sie nur hin?

Endlich erreichen sie einen kleinen Fluß, dort läßt er sich auf den graugrünen Boden nieder und meint, nun müßten sie nur noch warten. Meist kämen sie am Abend, bald wäre es soweit. Er reicht ihr die Flasche und starrt in die Landschaft. Da sie nichts Besseres zu tun hat, macht sie es ihm gleich.

Und dann kommen sie. Begeistert springt sie auf, woraufhin er ihren Arm packt und sie wieder zu sich herunterzieht. „Erschrecke sie nicht, sonst bleiben sie weg", raunt er. Fasziniert betrachtet sie die staubigen Leiber, wie sie kraftvoll und majestätisch die kleine Anhöhe hinter dem Fluss herabschreitten. Es müssen an die hundert Tiere sein, in allen Braunschattierungen, manche mattschwarz, einige grau oder cremefarben, die Beine und Köpfe dunkler als der Rest des Fells, lange wellige Mähnen fallen in ihre Gesichter aus denen kluge, feurige Augen misstrauisch in ihre Richtung blicken. Miguel läßt einen kleinen Pfiff hören und die Tiere entspannen sich. Er lacht.

Nachfahren der spanischen Pferde wären sie, sagte er, lange seien sie wild umhergezogen bis man angefangen hatte Teile ihres Lebensraumes zu zerstören. Dann habe man begonnen, sie gezielt zu züchten. Nur die stärksten können das Leben in der unendlichen Pampa überleben. Dies seien die Pferde des Ranchbesitzers, seines Vaters, fügt er nicht ohne Stolz hinzu. Mit einem schelmischen Schmunzeln fragt er sie, ob es ihr nun doch gefalle hier zu leben? Da sie Pferde über alles liebt nickt sie mit dem Kopf, ein glückliches Lächeln im Gesicht.



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