wildeheart
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Ungefähr so muß es abgelaufen sein:

Es ist ein lichter und heller Morgen im Oktober.
Die Sonne streckt ihre schrägen Strahlen durch die goldgelb leuchtenden Zweige der Laubbäume und legt sich auf die dunklen Blätter der Brombeerbüsche im Unterholz.

Ein Fliege summt eifrig durch die kühle Morgenluft auf der Suche nach etwas Nahrung, die letzten Nebelschwaden schwinden mißmutig in der Wärme des Lichtes dahin, wohl wissend, daß der Abend schon bald wiederkehren wird um ihnen wieder Gelegenheit zu geben, den Wald zu verhüllen.

Der schwere süße Geruch einer überreifen späten Beere lockt die Fliege an, da will sie hin.
Doch was ist das? Ein regenbogengleiches Funkeln, ein kurzes Aufblitzen des Morgenlichtes... schon ist es zu spät, der Flug des Tieres wird jäh gestoppt.

Die Fliege will weiterfliegen, doch sie hängt fest, so sehr sie ihre Flügel bewegt, egal wieviel Kraft sie aufbringt, sie kommt nicht los.

Verzweifelt versucht die Fliege die klebrigen Fäden von sich abzustreifen und macht dadurch alles nur noch schlimmer, immer fester verstrickt sie sich im Netz des unter einem Brombeerblatt lauernden Wesens genannt Araneus diadematus oder auch Kreuzspinne genannt...

Blitzschnell schießt sie unter dem Blatt hervor, in die Mitte des Netzes, greift sich ihr wehrloses Opfer und setzt zum tödlichen Biß an.
Dann spinnt sie die tote Fliege mit eifriger Gelassenheit ein und labt sich später an ihrem Frühstück.

Das glänzende Netz schwingt leise im Wind, stärkere Böen dehnen es mal mehr, mal weniger...

Spaziergänger sehen die Kreuzspinne zu dieser Jahreszeit recht häufig.
Wegen der feinen in der Sonne silbrig-sanft glänzenden Fäden, an denen sich unzählige verschiedenartige Jungspinnen durch die Lüfte tragen lassen, die an die Haare von alten Frauen erinnern, nennt man diese Zeit im Volksmund auch Altweibersommer.

Ja, so muß es gewesen sein, als ich einmal ein kurzes dasein als Fliege fristete und meine Existenz auf diese Weise beendet wurde... naja.. nur so als eine Idee, denn ich frage mich warum ich wieso ich eine solche Angst vor Spinnen habe.

Ich hasse Spinnen - nein - ich empfinde eine tiefe Abneigung und Furcht vor diesen achtbeinigen Wesen.

Schon alleine ihre körperliche Erscheinung löst wildeste Regungen in mir aus.

Der Blick einer Spinne läßt mir das Blut in den Adern gefrieren, sie hat 6 oder 8 Augen mit denen sie die Welt aus allen Blickwinkeln taxiert und abschätzt.

Dieser dicke kugelige Bauch, die aufgegliederten Beine, die sie mit ruhiger Bedachtheit bewegt, ganz so als ob würde sie jeden Schritt bedenken und berechnen.

Sie scheint mir zuzuflüstern: Komm laß mich Dich berühren ...
--- NEIN --- NIEMALS!!

Der Gedanke eine Spinne säße auf mir bewirkt sofortige körperliche Alarmbereitschaft.

Meine Beine und meine Gesäßmuskeln spannen sich an... ich bin bereit aufzuspringen...

...meine Augen fokussieren den Feind...

...Gänsehaut mit Noppen so groß wie Pingpongbälle bildet sich auf meiner Haut...

...in meinem Nacken perlt der kalte Schweiß und klebt in meinen Haaren...

...ich versuche, den metallischen Geschmack in meinem Mund herunterzuschlucken während sich ein angsterfülltes Keuchen aus meiner Kehle würgt...

...falls sich das Tier nähert verabschiedet sich der letzte Rest logischen Denkvermögens und ich springe mit einem Aufschrei weg...

Ich will nur noch davonlaufen...


Auch das Netz der Spinne hat ähnliche Wirkung auf mich.

Berühre ich versehentlich in eines der Gespinste ist das als ob ich auf eine heiße Herdplatte oder an ein offenes Stromkabel fasse: sofort zucke ich zurück.

Dieses diffuse, wolkige und klebrige Gefühl erschüttert mich bis in meine tiefsten Gründe, ich werde von purem Ekel geschüttelt.

Für keine andere Kreatur auf Erden empfinde ich solche Abneigung, kein anderes Tier erfüllt mich mit solcher Furcht,

Warum bloß ist das so?
Man sagt Spinnenphobie wird anerzogen...

...in der Tat erinnere ich mich an eine Situation, ganz ganz früh in meiner Kindheit, als meine Schwester kreischend aus dem Badezimmer stürmt, weil eine Spinne der Gattung Tegenaria atrica, die gewöhnliche Hausspinne, ihr kennt sie alle, groß, schwarzbraun mit Zeichnung auf dem Rücken, in der Badewanne saß.

Aber auch diese Erkenntnis hilft mir nicht weiter, ich habe mir die Spinnen gründlich angeschaut und zumindest eine gewisse gruselige Faszination entwickeln können.

Ich bewundere ihre Kunstfertigkeit beim Netzbau, ihre Jagdmethoden empfinde ich als sehr effektiv und von der Natur bemerkenswert eingerichtet.
Trotzdem kann ich meine Abscheu nicht überwinden und bevorzuge einen angemessenen Sicherheitsabstand...

Schon alleine diesen Text zu verfassen hat mich schwer aufgewühlt...

Nein, ich werde keine Angsttherapie machen, denn ich will NIEMALS ein solches Tier berühren...!!



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