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Die guten Tage erkannte ich daran, daß mein Vater mich an seinem nicht zu verachtendem Allgemeinwissen teilhaben ließ.

Wir sahen uns zusammen eine Dokumentation über Tiere, die Erde oder das Weltall an und er schöpfte tief und weit ausholend aus einem erstaunlichen Repertoire des Wissens und ergoß alles großzügig über mich, das Kind, dessen Gehirn einem Schwamm gleich alles in sich aufsog, ohne es vielleicht auf Anhieb zu verstehen.

Ich hatte freien Zugriff zu seinen Büchern, seinen Atlanten, seinen Bildbänden über die Entstehung des Lebens und der Entwicklung desselbigen.
Nur zu gut erinnere ich mich noch daran, wie ich im Vorschulalter im Wohnzimmer die Namen der Dinosaurier lernte und so unglaublich fasziniert davon war, zu sehen wie die Erde entstand.

Mein Vater und ich gingen zusammen auf Zeitreisen, Weltraumreisen, Reisen in die tiefsten Dimensionen der Naturkräfte, er erklärte mir mit visionärem Blick die erstaunlichen Wechselwirkungen von Zeit und Schwerkraft, er erweiterte meinen Horizont indem er mir die Unendlichkleit und planetare Vielfältigkeit des Universums darlegte, die Existenz verschiedener paralleler Dimensionen erklärte und ja, er ging sogar von der Möglichkeit außerirdischen Lebens aus und daß wir sie vielleicht eines Tages entdecken oder auf sie treffen, die Außerirdischen.

Diese so vollkommen offenen Handhabung seines Urwissens, das vielleicht auch aus unbewußten Ahnungen heraus entstand hatte meinen Verstand und meine Kreativität auf unendliche Weiten expandiert.

So weit sind wir gereist in den Welten der Galaxien so daß ich heute davon ausgehe alles ist möglich, hier nahm er mich bei der Hand, wohlwollend die Welt und die ihr innewohnenden Gesetze erklärend, wie ein jeder Vater es mit seinem Kinde tun sollte...

***

Die schlechten Tage erkannte ich daran, daß mein Vater einem zornigem Gott gleich auf seinem Platz im Wohnzimmer saß, mit kaltem und stechendem Blick der schon leicht verschwommen durch den beginnenden Alkohorausch glänzte.

Die Bierflasche als sein Zepter der Lächerlichkeit hielt er umklammert wie den letzten realen Bezugspunkt an diese Welt. Traurigkeit, Verbitterung und ungestillter Zorn umwölkten ihn.

Sein Mund spuckte zynische Bemerkungen aus, punktuell und treffsicher wie sie nur ein Skorpion in seiner dunkelsten Aspektierung verteilen kann... das Gift des Sarkasmus impfte er mir Word für Wort in die Seele... Schmerzenspumpe der verbalen Grausamkeit.

Wenn ihm das nicht genug war oder der Alkohol Kontrolle über das letzte bischen Menschsein in meines Vaters Geist gewann konnte durchaus auch die übelste plutonische Kraft sich ihren Weg bahnen und der verbalen Gewalt folgte so manches Mal die physische...

Diese so vollkommen willkürliche und unkontrollierte Handhabung seiner Kraft, womöglich resultierend aus Traumata heraus, hatte mich mit tiefer Angst und Mißtrauen vor ihm erfüllt, die leider alles überschatteten und mich auf eine äußerst bizarre Art rebellisch und widerstandfähig machte.

Mein Pluto in Konjunktion zum DC in der Jungfrau, 6. Haus.



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